Archive for the 'Economics' Category

Bildung: Ein erster Schritt in die richtige Richtung

Monday, May 19th, 2008

Note: Once again this blog is in German as it deals with German politics and draws on quotes from German sources.

Die deutsche Bundesregierung plant nun einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss - das ist in der Tat erfreulich. Natuerlich kommt es vor allem auf die Umsetzung an, und da fehlen noch zuviele Details, um eine Bewertung abgeben zu können - ein erster Schritt in die richtige Richtung ist es nichtsdestotrotz. Wenn Vollbeschäftigung hergestellt werden soll, muss die Zahl der geringqualifizierten Arbeitnehmer drastisch reduziert werden.

Allerdings gibt es noch viel zu tun. Ich mag nicht unbedingt der grösste Freund der Gewerkschaften sein, aber in einem Punkt haben sie Recht:

Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte bei Vorlage der Zahlen für 2006 von einer enttäuschenden Bilanz gesprochen und das “Schneckentempo” der Kultusminister kritisiert. Echte Erfolge seien “nur mit maßgeschneiderter individueller Förderung für jeden einzelnen vom Scheitern bedrohten Jugendlichen zu erzielen”, so GEW-Vize Marianne Demmer.

Ich bin gespannt ob weitere Vorschläge folgen…

SPD: Mindestlöhne

Monday, May 19th, 2008

Note: Once again this blog is in German as it deals with German politics and draws on quotes from German sources.

Mal wieder ein deutschsprachigen Blog. Habe gerade folgendes gelesen:

Elke Ferner, Vize-Fraktionschefin der SPD im Bundestag, schloss sich der Forderung an. Im oberen Bereich der Einkommensteuer sehe sie noch Luft, sagte die Politikerin vor einer Sitzung des SPD-Präsidiums in Berlin. Für eine soziale Umverteilung von oben nach unten müssten Spitzenverdiener mit mehr als 500.000 Euro Jahreseinkommen stärker belastet werden. Außerdem mahnte sie Mindestlöhne an: “Der Schlüssel zur Vermeidung von Armut sind existenzsichernde Löhne. Immer mehr Menschen bekommen ergänzendes Arbeitslosengeld II, weil sie zu niedrige Löhne haben, um überhaupt davon leben zu können.”

Es ist immer wieder schockierend, wie blind und inkompetent manche hochrangigen deutschen Politiker doch sind.

Der Schlüssel zur Vermeidung von Armut ist Bildung und nichts anderes. Mindestlöhne werden hingegen die Arbeitsplätze der Erwerbstätigen vernichten, deren Produktivität unter dem gesetzlich angesetzten Mindestlohn liegen. Das ist keine abstrakte Theorie, sondern vollkommen logisch - warum sollte ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer mehr zahlen, als er/sie dem Arbeitgeber wert ist? Diese Leute werden dann entlassen - und der Staat muss dann noch höhere Transferleistungen zahlen. Ein Teufelskreis aus dem es nur einen Ausweg gibt: Bildung.

Immer mehr Menschen bekommen ergänzendes Arbeitslosengeld II, weil sie mangels Bildung nicht mehr Geld verdienen koennen. Kurzfristig kann diesen Menschen vielleicht durch Umverteilung geholfen werden, aber langfristig wird das Problem nur durch eine grundlegende Reform des Bildungssystems gelöst.

Dazu hört man von der SPD leider sehr wenig - vermutlich weil es den meisten hochrangigen SPD Politikern selbst an Bildung mangelt, allen voran Kurt Beck ;-)

Good Regulation?

Sunday, May 11th, 2008

From an interview with Ronald Coase:

Reason: Can you give us an example of what you consider to be a good regulation and then an example of what you consider to be a not-so-good regulation?

Coase: This is a very interesting question because one can’t give an answer to it. When I was editor of The Journal of Law and Economics, we published a whole series of studies of regulation and its effects. Almost all the studies–perhaps all the studies–suggested that the results of regulation had been bad, that the prices were higher, that the product was worse adapted to the needs of consumers, than it otherwise would have been. I was not willing to accept the view that all regulation was bound to produce these results. Therefore, what was my explanation for the results we had? I argued that the most probable explanation was that the government now operates on such a massive scale that it had reached the stage of what economists call negative marginal returns. Anything additional it does, it messes up. But that doesn’t mean that if we reduce the size of government considerably, we wouldn’t find then that there were some activities it did well. Until we reduce the size of government, we won’t know what they are.

I have several friends who believe that good regulation is possible, and I would like to be able to believe it myself. But for me, that would require evidence - does anybody have a good example of government regulation that worked?

“Translated” Principles of Economics

Sunday, May 11th, 2008

This is just brilliant - anybody who has every done an introductory economics class should love it:

Colbert on Gas Tax Holiday

Saturday, May 10th, 2008

Colbert get’s it right…

(Hat Tip: Greg Mankiw)

Vollbeschäftigung

Wednesday, April 30th, 2008

Note: this blog is in German as it deals with German politics and heavily draws on quotes from German sources.

Mal wieder Zeit für nen deutschsprachigen Blog. Habe heute morgen in einem Aufsatz von Kurt Beck und Frank-Walter Steinmeier in der Süddeutschen folgendes gelesen:

Aber die Anstrengung hat sich für das Land und die Menschen ausgezahlt. An diesem 1. Mai, nach knapp zehn Jahren sozialdemokratischer Gestaltung in der Bundesregierung, können wir mit einigem Stolz sagen, dass wir die Wende zum Besseren geschafft haben. Die Zahl der Arbeitslosen ist auf gut 3,5 Millionen gesunken. Wir sehen sogar gute Chancen, in diesem Jahr zum ersten Mal im vereinten Deutschland wieder eine “Zwei” vor dem Komma zu erreichen. Weil so viele Menschen wie noch nie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, haben sich auch die Sozialkassen wieder solide gefüllt. Im Jahr 2011 wollen wir wieder einen ausgeglichenen Bundeshaushalt vorlegen. Das war zuletzt 1969 der Fall.

Wir Sozialdemokraten waren es, die diese Wende bewirkt haben. Doch die zurückliegenden zehn Jahre sind für uns lediglich die erste Etappe auf dem langen Weg, die Massenarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen und Sicherheit für die Menschen in einer völlig veränderten Welt zu gewährleisten. Gestärkt durch die Erfolge, sagen wir jetzt: Wir wollen die Arbeitslosigkeit nicht nur bekämpfen - wir wollen sie besiegen. Unser Ziel für das nächste Jahrzehnt ist: Vollbeschäftigung in Deutschland zu guten Löhnen und fairen Arbeitsbedingungen. Und wir wollen nicht nur, dass jeder Mensch in unserem Land gute Aussichten hat, Arbeit zu finden, sondern auch die realistische Chance auf seinen sozialen Aufstieg erhält.

Ich bin immer wieder erstaunt, in der heutigen Zeit von Vollbeschäftigung zu hören - ich frage mich da regelmäßig in welcher Welt diese Leute eigentlich leben?

Ich habe wenig Zweifel dass es einen hohen Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften in Deutschland geben wird, schliesslich heisst es in einer Antwort der Bundesregierung (der Steinmeier direkt angehört, und sowohl Beck als auch Steinmeier berufen sich in ihrem Aufsatz auf die “Erfolge” ihrer Politik in der Bundesregierung) auf eine “Große Anfrage” der FDP Fraktion vollkommen zurecht:

Der Bedarf an gut ausgebildeten Menschen steigt. Vor allem der Bedarf an Hoch- und Fachhochschulabsolventen wird wachsen.

Allerdings steht da direkt dahinter auch:

Ganz anders sieht es bei den gering Qualifizierten aus: Selbst wenn man günstigste ökonomische Rahmenbedingungen zu Grunde legt, werden ihre Chancen auf Beschäftigung deutlich sinken.

Schon im Jahr 2000 waren 14,4 Prozent der Erwerbspersonen gering qualifiziert, (d.h. sie verlassen die Schule ohne weiterführenden Abschluss und besitzen auch keine berufliche Qualifikation). Diese Zahl dürfte inzwischen angestiegen sein.

Beck und Steinmeier scheinen dies größtenteils zu ignorieren, in ihrem Aufsatz finden sich nur wenige Bemerkungen bezüglich gering qualifizierter Arbeitskräfte:

Einen Schlüssel für mehr Beschäftigung, auch für Menschen ohne Hochschulabschluss, sehen wir im Bereich Verkehr und Logistik. Wir müssen dafür sorgen, dass unser Land zu einer Drehscheibe für den weltweiten Güterumschlag wird. So können wir vom wachsenden Welthandel direkt profitieren. Die Eröffnung des DHL-Drehkreuzes am Flughafen Leipzig Ende Mai, das 3500 Arbeitsplätze schafft, ist dafür ein sichtbares Zeichen.

Es wäre in der Tat erfreulich, wenn Deutschland in diesem Bereich stabile Arbeitsplätze für Geringqualifizierte schaffen könnte, aber wieviele neue Arbeitsplätze für diese Erwerbsgruppe sind realistisch?

Beck und Steinmeier:

Unternehmen in Branchen, in denen es bereits an Fachkräften mangelt - beispielsweise im Maschinenbau - richten ihre Strategien bereits nach dieser Logik aus. Dort steigen die Löhne, werden ältere Arbeitnehmer wieder geschätzt oder sogar neue eingestellt; und dort erhalten Mütter und Väter Möglichkeiten, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.

In Branchen und Regionen ohne Bewerbermangel und ohne tarifliche Absicherung - gerade im Bereich der Geringqualifizierten - erfahren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diese Behandlung häufig nicht. Langjährige prekäre Arbeitsverhältnisse gefährden auch die Absicherung für das Alter. Darum stellen wir Sozialdemokraten uns der Verantwortung, Voraussetzungen für “gute Arbeit” zu schaffen - mit neuen Modellen für längere Erwerbstätigkeit und gleitende Übergänge vom Erwerbsleben in die Rente. Unser Grundsatz lautet: Wer länger arbeitet, muss davon im Alter auch profitieren.

Eine Frage nach dem “Wie?” wird mal wieder nicht ernsthaft versucht - stattdessen gibt es Vorschläge die allesamt nicht neu sind und in 10 Jahren SPD Bundesregierung nicht umgesetzt wurden:

Das erfordert eine Vielzahl zusätzlicher Schritte - zweisprachige Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten, mehr Förderlehrer in der Grundschule, guten Nachmittagsunterricht in Ganztagsschulen, aber auch die Wiedereinführung des Schüler-Bafög und das Recht auf ein gebührenfreies Erststudium. Der soziale Aufstieg dieser Kinder entscheidet auch über die langfristige Leistungsfähigkeit der Sozialsysteme. Wenn möglichst viele Kinder, die heute aufwachsen, im Jahr 2025 als Ingenieure und IT-Spezialisten zu hohen Löhnen arbeiten, stärkt das auch die Sicherheit staatlicher und beitragsfinanzierter Leistungen.

Auch unsere Angebote für mehr Ganztagsbetreuung von Kindern sind Teil einer großen Beschäftigungsstrategie. Denn sie erleichtern konkret die Erwerbsmöglichkeiten von Frauen. Gerade alleinerziehende Frauen, die zu der Gruppe mit dem höchsten latenten Armutsrisiko gehören, können auf diese Weise ein Einkommen erarbeiten und ihre Absicherung für das Alter verbessern. Der technische Wandel verlangt aber auch von den aktiven Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Möglichkeiten und Bereitschaft zu Weiterbildung und Qualifikation - eine Aufgabe für die Tarifpartner, aber auch für uns Sozialdemokraten in gestaltender Verantwortung.

Möglichkeiten zur Weiterbildung und Qualifikation - nun eine Aufgabe für die Tarifpartner? Das nenne ich dreist. Es ist wahr, die Bundesregierung (praktisch egal welche) hat in den vergangen Jahrzehnten im Bildungssektor spektakulär versagt, dafür muss man sich nur die Pisa Studien anschauen. Staatliches Versagen ist der Hauptgrund für den hohen Anteil an Geringqualifizierten in Deutschland - dass es auch anders geht beweist Finnland.

Die Lösung ist recht simpel: einfach beim nächsten mal qualifiziertere Politiker zu wählen! Die SPD ahnt offensichtlich, dass so etwas passieren könnte, daher soll die Verantwortung wohl nun einfach anderen in die Schuhe geschoben werden - den Tarifpartnern. Das ist so schwammig das es tatsächlich klappen könnte. Wir werden sehen ob diese Rechnung bei den Bundestagswahlen nächstes Jahr aufgeht.

Added Value (as in Game Theory)

Monday, April 28th, 2008

From http://www.strategy-business.com/press/16635507/12669 :

One of the key concepts of game theory is added value. Here is the definition:

Added value equals total value created with you in the game, minus total value created without you in the game.

Game theory says that if competition is unfettered, no player will get more than his or her added value in a game. Thus, added value allows us to characterize who has power and who does not. It allows us to understand how the pie is created and how it is divided up.

I think this just might be the most valuable lesson which can be derived from Economics and is applicable to nearly every situation in today’s capitalist societies. If you seek wealth or power, you need to be able to add economic value.

Unfortunately, the vast majority of the world’s population is “economically illiterate” and therefore does not understand this concept. Many tend to complain about their lives and about people who earn more money etc. They fail to see the big picture, and they often simply lack the ability to add much value (economically).

However, this is not their fault - education traditionally has been the government’s responsibility (regardless of which country we are discussing), and the resulting education systems often fail to convey the importance of economics and therefore fail to create sufficient incentives for its citizens to invest in their own development.

Furthermore the government lacks the right incentives to take much interest in developing its citizens. As any simple economic growth model will show, investing into education is the most simple method to achieve substantial economic growth. Unfortunately, it takes time to have an impact, and therefore politicians rarely have the opportunity to reap the benefits from investing in education (as they face elections every few years).

Therefore we all need to ask ourselves: how can we incentivize politicians to invest in education? Should we offer incentive packages based on economic growth over 25 years? Has anybody seen interesting policy proposals concerning this challenge?